Rich Snippets & Co. – HTML5 aus SEO-Sicht

Ich hatte ja in unserem Campixx2012 Recap versprochen, noch einmal auf den Workshop von Helge Cramer einzugehen. Es ging hier um HTML5 und die Vorteile aus SEO-Sicht und es war ein Workshop, an den ich mich gerne erinnere.

Microdaten werden eigentlich schon seit 2009 von Google verwendet. Die daraus entstehenden Rich Snippets werden aber erst seit kürzerem in den SERPs eingeblendet. Der Google-User erkennt dies an den zusätzlichen “reicheren” Inhaltselementen wie Produktbilder, Preise oder Terminen.

Rich Snippets stellen für Google-User sicherlich einen Mehrwert dar. Sie erkennen am Produktbild sofort, ob es das ist was sie suchen, oder wie hier im Beispiel, ob der Anbieter Tickets für ein Primus-Konzert in der Nähe anbietet. Einen direkten Einfluss auf das Ranking haben Rich Snippets nicht, wohl aber auf das Klickverhalten. Ein solch üppiges Snippet ist viel auffälliger und die Wahrscheinlichkeit, dass Leute darauf klicken, ist größer.

Microdata – Microformats

Helge Cramer setzt ausschließlich das Format von schema.org ein. Zum einen ist es das von Google empfohlene Format für Rich Data, zum anderen ist es das Format, das in HTML5 integriert wird. Der einzige Nachteil liegt in dem Umstand, dass HTML4 und XHTML-Dokumente nicht mehr validieren. Als Nicht-Purist kann man darauf verzichten. Echte W3C-Jünger sollten in diesem Fall auf die Microformats (http://microformats.org/wiki/hcard) zurückgreifen. Das auch hiermit die gewünschten Rich Snippets in Google entstehen, beweist mein Screenshot oben: Die Eventdaten von seatwave wurden hier mit dem hCalender umgesetzt. Ich kann allerdings aus Erfahrung berichten, dass zumindest Adressen hiermit sehr leicht maschinenlesbar gemacht werden können. Insgesamt ist der Umgang mit Microformats sehr leicht, weil hierbei CSS-Klassen eingesetzt werden.

 Microdata – Die Technik

Die Microdata nach schema.org bieten derzeit Datenstrukturen für verschiedene Datentypen an: Events, Personen, Organisationen, Kochrezepte, Produkte und Orte. Der Aufbau dieser Daten folgt immer dem selben Schema (wo die Domain wohl ihren Namen her hat): Es beginnt mit einem itemscope und dem beschreibenden itemtype, der angibt, um welche Art von Datenstruktur es sich handelt. Dazwischen können die verschiedenen Daten eingefügt werden, die zum Datensatz gehören – Name, Straße, Telefonnummer etc. Hier ein Beispiel für die Formatierung einer Adresse:

<div itemscope itemtype="http://schema.org/Person">
  <span itemprop="name">Marie Dingens</span>
  <img src="marie_dingens.jpg" itemprop="image" />

  <div itemprop="address" itemscope itemtype="http://schema.org/PostalAddress">
    <span itemprop="streetAddress">
      Unter Fettenhennen 3
    </span>
    <span itemprop="postalCode">50667</span>
    <span itemprop="addressLocality">Köln</span>,
    <span itemprop="addressRegion">NRW</span>
  </div>
  <span itemprop="telephone">(0221)-4711</span>
  <a href="mailto:marie@dingens.not" itemprop="email">
    marie@dingens.not</a>
 </div>

 Was uns SEOs an den Rich Snippets natürlich so fasziniert, sind Bewertungen und Sternchen. Hier sollte man sich selbst gegenüber ehrlich genug sein und realistische Zahlen präsentieren. Es gab in der letzten Zeit wohl genug Leute, die damit Schindluder getrieben haben. Auch im Workshop hatten wir eine rege Diskussion zur Sinnhaftigkeit und der Art wie Google diese Daten auswertet. Es ist schwer Bewertungen wirklich plausibel zu belegen. Jeder kann zu seinen Bewertungen grundsätzlich die Summe X hinzuzählen oder mit dem Faktor n multiplizieren. Wie soll Google das überprüfen können? Es bleibt zu beobachten wie Google in Zukunft mit diesen Bewertungen umgehen wird. Ich kann mir vorstellen, dass irgendwann nur noch öffentliche Bewertungsquellen als seriös eingestuft und verwendet werden.

Trotzdem sind Rich Data-Formate eine interessante Möglichkeit, um die Suchergebnisse attraktiver zu machen. Wenn wir schon die Möglichkeit haben, die Darstellung unserer Angebote in einer Suchmaschine anzureichern, sollten wir diese auch nutzen, aber nicht ausnutzen, gelle?!

 

Kommentare

Ein Kommentar zu “Rich Snippets & Co. – HTML5 aus SEO-Sicht”
Kommentar schreiben





neun − = 7